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Beim Kompetenzbänkle stand das Thema Vereinsboote auf dem Programm

Wie fördert man den Austausch der Vereine, wenn man nicht mehr zusammensitzen darf? Der Vorstand des Landes-Segler-Verbands Baden-Württemberg hat sein digitales Angebot ausgebaut und versammelt Mitglieder außerhalb der Segelsaison einmal im Monat um den heimischen Monitor. Beim zweiten „Bänkles-Hock“ am 22. April, berichteten Vereine aus ganz Baden-Württemberg über ihre clubeigenen Boote.

 

Wie sehen die Vereinsflotten aus?
So unterschiedlich wie das Revier und abhängig davon, ob dieses vor der Haustür oder in 200 Kilometern Entfernung liegt, unterscheiden sich die Boote, die von den Clubs für ihre Mitglieder vorgehalten werden.
Machen auf dem Schluchsee aufgrund seiner Größe nur Jollen Sinn, dürfen es für einen Verein am Bodensee neben der üblichen Fahrtenyacht, gerne auch Sportboote sein, die sich nicht nur für die Ausbildung zum Bodenseeschifferpatent, sondern auch fürs Regattatraining und für kleine Touren eignen. Der Jugendausbildung kommt dabei ein Außenbordmotor mit nur vier PS entgegen, der auch von 14-Jährigen gefahren werden darf. Jollen sind dagegen in einem Bundesbahnhafen nicht erlaubt.
Ganz andere Bedürfnisse haben Clubs, die ihren Sitz in Stuttgart haben. Während der mehrtägigen Ausbildungsblöcke leben die Schüler an Bord. Kurz für ein paar Stunden segeln gehen, ist nicht möglich und Fahrtenyachten dürfen deshalb gerne geräumig und mit allem Komfort ausgestattet sein.

Warum werden Vereinsboote angeschafft?
„Clubboote werden zunehmend an Bedeutung gewinnen“, sagte Ralf Steck, Vorstand des SMC Friedrichshafen. Liegeplätze seien knapp und in der Industrie viele Segler projektbezogen nur für ein paar Jahre am Bodensee. Ihnen kann mit günstiger Nutzungsgebühr das Segeln ermöglicht werden. Geben alte Hasen altershalber ihre Yachten ab, haben sie die Möglichkeit auf ein Clubboot zurückzugreifen. Auch nicht jeder, der in Stuttgart wohnt, kann sich eine Yacht mit Liegeplatz leisten. Leihen im Verein ermöglicht dagegen unschlagbar günstige Preise. Auch Erik Sander, Beauftragter für Freizeit- und Fahrtensegeln beim LSV-BW und Moderator des Abends, glaubt, dass seinen Verein von Clubbooten profitiert. Trotz Verlust von Mieteinnahmen für seinen Wassersportclub Goldscheuer lohne es sich, die Liegeplätze im Clubeigenen Hafen in einem abgeteilten Rheinabschnitt, mit Clubbooten zu belegen. Sie machen die Ausbildung des Nachwuchses möglich und werben Neumitglieder ein.

Zu welchen Konditionen werden die Boote genutzt?
Die meisten Clubs stellen die Reservierungskalender ihren Mitgliedern online zur Verfügung. Damit diese ein Boot leihen dürfen, müssen sie neben dem entsprechenden Führerschein die Einführung in die Besonderheiten der Yacht nachweisen. Dank alternativer Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge werden die Nutzungsgebühren deutlich niedriger als bei kommerziellen Charterbetrieben kalkuliert. Der Austausch ergab, dass sich die Preise in etwa zwischen 50 Euro pro Tag in der Vorsaison für ein kleines Sportboot und 150 Euro in der Hauptsaison für eine große Fahrtenyacht bewegen. Jollen stehen in manchen Clubs, gegen Leistung zusätzlicher Arbeitsstunden, sogar kostenlos zur Verfügung. Doch grundsätzlich kostenlos geht natürlich nicht. Anschaffungskosten, Liegeplatzgebühren, Wartung, Reparaturen und Kaskoversicherung lassen sich mit den Nutzungsgebühren kaum decken.

Wie werden Neuanschaffungen finanziert?
Wird eine Neuanschaffung fällig, ist Kreativität gefragt. Nicht alle Städte beteiligen sich an den Investitionen ihrer Vereine und Zuschüsse der Landessportbünde sind begrenzt. Der Glücksfall, dass Mitglieder ihrem Verein eine Yacht vermachen, dürften auch nicht an der Tagesordnung sein. 70 000 Euro mussten einst für eine Bavaria 31 aufgetrieben werden, erzählt Martin Wessels, Vorsitzender des Stuttgarter SC Florian. Der Club bot seinen Mitgliedern Bausteine an, was beinahe die Hälfte des Kaufpreises in die Kasse spülte. Wer einen Baustein erworben hat, kann innerhalb eines definierten Zeitraums kostenlos segeln, bis sein Einsatz abgegolten ist.

Beim „Kompetenzbänkle“, wie sich das Videomeeting selbstironisch nennt, wurde nicht doziert. Es bot erneut Gelegenheit Segelvereinen in Baden-Württemberg eine Plattform zu bieten für ihre regionalen Besonderheiten und Ideen. 29 Vereinsmitglieder waren zwischen 20 und 22 Uhr eingeloggt, die mit ihren Beiträgen und Fragen für einen lebhaften Austausch sorgten. Nur die Getränke haben gefehlt.

Das nächste "Kompetenzbänkle" zum Thema "Vorstandsorganisation" findet am 20. Mai um 20.00 Uhr statt.
Die Anmeldung erfolgt bis zum 19. Mai über die "Akademie" des Landes-Segler-Verbandes: akademie.seglerverband-bw.de

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