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Windbedingungen fordern junge Segler vor Überlingen

Skeptisch schaut Felix auf den Überlinger See: Der Westwind bläst an diesem Samstag doch etwas stärker als sonst beim Training. Der 11-jährige steht an der Slipbahn des Osthafens, im Hintergrund steht fertig aufgebaut sein Opti, das Jüngstenboot des Deutschen Segler-Verbandes, 2,30 Meter lang, 1,10 Meter breit, rund 45 kg schwer.

Daneben die Boote der zehn anderen Kinder, die an diesem Wochenende zum Training der Seglerjugend des Landesverbandes nach Überlingen gekommen sind. „Alles Jungs“, lacht Christian Schaufler, das einzige angemeldete Mädchen hatte drei Tage vorher abgesagt. Die Trainer Holger Herburger und Christian Schaufler, beide Mitte 20, schätzen den Wind auf rund 16 Knoten, in Böen auch etwas mehr – also rund 5 Windstärken. „Das wird schon etwas fordernder dieses Mal“, meint Christian Schaufler und spielt damit auf das letzte Trainingswochenende Ende Mai an. Da war fast das gesamte Wochenende Flaute. OLTW Ueb201707 IMG5364Die 11 Kinder, die die beiden Trainer betreuen, kommen aus Vereinen vom gesamten Bodensee, sind zwischen 7 und 12 Jahren alt – sie vereint die Freude am Segeln: An diesem Wochenende wollen sie ihre Fahr- und Manövertechnik verbessern, damit sie demnächst in den Regattasport einsteigen können. Dazu bietet die Seglerjugend Baden-Württemberg eine Einsteiger-Regattaserie an, nur ein Tag, kurze Wettfahrten, attraktives Rahmenprogramm. Mit der sogenannten Optiliga sollen die Kinder für den Regattasport gewonnen werden. Die Trainingsmaßnahmen in Überlingen ergänzen diese und geben den jungen Seglerinnen und Seglern die Möglichkeit, auch außerhalb ihres eigenen Vereins an Trainingsmaßnahmen teilzunehmen. Gefördert wird das Training dabei von der Jugendabteilung des Deutschen Segler-Verbandes, der Deutschen Seglerjugend, erklärt Fabian Bach, als Landesjugendobmann verantwortlicher Organisator des Trainingswochenendes. OLTW Ueb201707 IMG5393Mittlerweile sind alle Kinder umgezogen: Neoprenanzug, Jacke, Mütze, Schuhe – auf dem Wasser wird es kalt, auch wenn es an Land über 20 Grad sind. „Auf den kleinen Booten werden die Kinder bei diesem Wind in jedem Fall nass, da muss man nicht für kentern. Und dann wird es schnell kalt.“, erklärt Holger Herburger. Beide Trainer begleiten die angehenden Regattasegler auf zwei Motorbooten auf den Überlinger See, Schaumkronen zeigen, dass der Wind ordentlich weht. „Mit rund fünf Kindern auf einen Trainer können wir auch bei diesen Windbedingungen gutes Training und die Sicherheit gewährleisten, auch wenn die Segler natürlich bei diesem Wind noch kaum Erfahrung haben“, sagt Christian Schaufler, als er mit seinem Motorboot wieder Gas gibt um einem Segler zu helfen, der in seinem vollgelaufenen Boot sitzt und Mühe hat, das Boot leer zu schöpfen. OLTW Ueb201707 IMG5400„Dunkle Flächen auf dem Wasser zeigen die Windböen an, dann raus auf die Kante und etwas anluven“, versucht Holger Herburger einem jungen Segler zu zurufen. Er hat Mühe hat sein Boot auf Kurs zu halten. Doch dieser ist so damit beschäftigt sein Boot zu kontrollieren, dass der Hinweis ungehört im Wind untergeht. „Ich kann nicht mehr“, ruft es da von einem anderen Segler, der mit flatterndem Segel in seinem Boot sitzt und darauf wartet, dass einer der beiden Trainer Zeit für ihn hat. Herburger gibt Gas und steuert sein Motorboot neben den Opti, hält das Boot fest und spricht einige durchhaltende Worte – das Kind nimmt das Segel wieder dicht und fährt der Gruppe hinterher, die sich langsam wieder Richtung Hafen bewegt. Um 13 Uhr gibt es Mittagessen – die Stärkung haben sich die jungen Segler verdient, bevor es dann am Nachmittag zu einer weiteren Einheit wieder aufs Wasser geht. „Und morgen“, so verspricht es Christian Schaufler einem anderen Segler, „morgen haben wir weniger Wind“.

Alle Fotos des Wochenendes gibt es unter "Fotos".