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Optiliga am Bodensee nimmt Fahrt auf

optiliga"Ich hätte nicht gedacht, dass wir da ein so großes Feedback bekommen“, ist Fabian Bach, Jugendobmann des Landes-Segler-Verbands Baden-Württemberg, begeistert von der ersten Resonanz auf die Optiliga am Untersee. Insgesamt 70 Kinder waren bei den ersten beiden Terminen in Radolfzell und Wangen (bei Oehningen) schon mit dabei.
Rückläufige Meldezahlen bei den Nachwuchsregatten waren der wesentliche Grund, warum sich neben vielen anderen auch Landesjugendobmann Fabian Bach Gedanken macht. Für den Opti-Bereich wollte er das Konzept aufgreifen, das auch schon die Nachbarn in Bayern vorgemacht haben: eine Opti-Liga soll dem Nachwuchs am Untersee wie dem Überlinger See auf die Regattabeine helfen. „Kurze Wege“ und ein unkomplizierter Ablauf sollen Kinder und auch Vereine anlocken, „die bisher nicht im Regatta-Zirkus aufgetaucht sind“.
Voll eingeschlagen hat die Opti-Liga am Untersee, der „Verlängerung“ des Schwäbischen Meeres zwischen Konstanz und Stein am Rhein. Bei den ersten beiden Terminen beim Yacht-Club Radolfzell (Mitte Mai) und dem Wassersportverein Wangen (Mitte Juni) waren einmal 31 und einmal 39 Kinder am Start, überwiegend aus den Jahrgängen 2003 bis 2006. Die meisten Kinder wurden von ihren Heimatvereinen mit den Optimisten zu den beiden Veranstaltungsorten geschleppt. Mit Begeisterung haben die Regatta-Neulinge die einfachen Regeln aufgenommen, ließen sich gerne von Trainern auf dem Wasser weiter anleiten. Maximal drei kurze Rennen sind vorgesehen und nach einem Abendessen fahren alle wieder heim in ihre Clubs. Der „geringe Einstiegsaufwand“ hat sich also bemerkbar gemacht.

Einerseits bringt die Optiliga Neulinge optimal an die Regattasegelei heran, andererseits zeigt sich schon nach dem zweiten Termin, dass einige Kinder bereits fit für richtige Opti-Regatten wären. So segelten beispielsweise Kira Mündermann (YC Radolfzell) oder Lisa Bohne (WSC Wäschbruck) beide Male aufs Treppchen. „Da gibt es riesige Unterschiede, aber die Kinder sind alle total motiviert“, sagt Bach. „Es ist nicht so wichtig, wer vorne ist. Wir wollen die Kinder langfristig ans Regattasegeln heranführen.“ Lange habe man diskutiert, ob es überhaupt eine Saisonwertung geben solle – aber nach dem entsprechenden Feedback der Jugendbetreuer wird eine solche Wertung erstellt.

Bewusst hat Fabian Bach die beiden Teilreviere des Bodensees getrennt. Denn vom Untersee kommt man nur mit dem Auto zum Überlinger See, nicht mit dem Segelboot – die Konstanzer Rheinbrücken stehen dem Mast im Wege. Aber am Überlinger See ziehen die Vereine noch nicht so mit wie am Untersee. Zum Teil wegen Terminüberschneidungen konnten dort bisher nur zwei Events für die Optiliga fixiert werden. Die beiden Termine – Ende Juni in Sipplingen und Anfang Juli in Ludwigshafen – fanden mit guter Beteiligung statt. Dafür gibt es am ersten September-Wochenende noch einmal ein zweitägiges Optiliga-Training in Friedrichshafen, mit Trainern aus dem Landesleistungszentrum. Vermutlich werde der Andrang die Zahl verfügbarer Plätze übersteigen – und so muss sich Fabian Bach noch ein Auswahlkriterium einfallen lassen. Vielleicht die Häufigkeit der Teilnahme an der Optiliga?
V. Göbner (Segler-Zeitung, Ausgabe August 2015)